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Freitag, 2. September 2022, 18.30 Uhr: Stefan Kleie, Dr. phil., geboren 1980, Publizist und Autor, spricht zum Thema „Frankreichs politische Rechte seit der Revolution. Einordnung und Kritik“. Stefan Kleie wird über die Politik von 1789 bis zur La Nouvelle Droite sprechen. Dabei stehen einige prägende Figuren im Mittelpunkt, etwa Francois-René de Chateaubriand, Maurice Barrès und Alain de Benoist. Er wird aber auch auf neuere Themen reagieren, wie die Theorie der „Grand Remplacement“, den Aufstieg des RN oder die Popularität von Eric Zemmour.

Stefan Kleie studierte in Dresden und Tübingen Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Alte Geschichte und Musikwissenschaft. An der Universität Basel wurde er mit der Arbeit „Der Rosenkavalier und die Spektakelkultur der Moderne“ promoviert, die im Jahr 2019 im Thelem-Verlag erschienen ist. Der Dresdener forscht seit Jahren zum Thema des Abends und publiziert u.a. in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, Zeitschrift „Merkur“, „Basler Zeitung“, „Die Tageszeitung“ (taz), „Dresdner Neueste Nachrichten“. Den jüngsten französischen Präsidentschaftswahlkampf verfolgte der Kenner von Land, Sprache und Kultur von Marseille aus. Eintritt: 5 Euro (Abendkasse). Foto: Michael Kunze


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Mittwoch, 25. Mai 2022, 18.30 Uhr: Der 1962 in Dresden geborene und in Berlin lebende, u.a. im Jahr 2007 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse sowie 2021 mit dem Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden geehrte Schriftsteller Ingo Schulze hat aus seinem Roman „Die rechtschaffenen Mörder“ im mit rund 40 Gästen vollbesetzten Antiquariat gelesen. Im Jahr 2020 ist das Buch im S.-Fischer-Verlag erschienen und hat in Sachsen für große Aufmerksamkeit gesorgt. Nach der Lesung stand Ingo Schulze (u.a. „Simple Storys. Ein Roman aus der ostdeutschen Provinz“, „Adam und Evelyn“, „Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst“) zum Gespräch bereit und signierte Bücher.

Der Roman des Abends ist wie für unser Haus geschrieben: „Im Dresdner Stadtteil Blasewitz lebte einst ein Antiquar, der wegen seiner Bücher, seiner Kenntnisse und seiner geringen Neigung, sich von den Erwartungen seiner Zeit beeindrucken zu lassen, einen unvergleichlichen Ruf genoss“, heißt es im Buch – auch wenn wir’s mit unsern Räumen in anderthalb Jahren nicht zu diesem Ruf gebracht haben. „‚Die rechtschaffenen Mörder'“, schrieb Julia Encke in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, „ist in seinen Wendungen völlig überraschend, eine raffinierte Konstruktion“ – und weiterhin hochaktuell, möchte man ergänzen. Denn wer wünschte sich angesichts der aktuellen politischen Ereignisse nicht, in eine andere Welt zu entfliehen – warum nicht in die der Bücher? Ob Weltflucht wider die aktuellen Herausforderungen taugt? Darauf muss sich jeder selbst seinen Reim machen. Es war ein so spannender wie kurzweiliger Abend, der im Anschluss mit einem Essen im Restaurant “Wjelbik“ zu Ende ging. Foto: M. M.

Über die Lesung mit Ingo Schulze und den Italien-Abend im April hat im März 2022 die „Sächsische Zeitung“ berichtet.

Freitag, 8. April 2022, 18.30 Uhr: Der promovierte Historiker Julian Traut, geboren 1985 im Chiemgau, der in München und Bologna Geschichte, Politik- und Rechtswissenschaft studierte, später am Haus der Bayerischen Geschichte arbeitete und 2018 eine Biographie und Werkbiographie (Einbandfoto unten) über den schon zu Lebzeiten Vielgeehrten vorlegte, sprach im Antiquariat zum Dom in Bautzen über Reinhard Raffalt (1923-1976), den großen Deutschrömer, der trotz seines früh vollendeten Lebens als Journalist, Schriftsteller, Kulturvermittler und Musiker ein gewaltiges und vielfältiges Werk hinterlassen hat.

Raffalts fünf im Prestel-Verlag in der Reihe „Landschaftsbücher“ erschienene Rom-Bände (1955-1978) sind Legende, sein Sprach- und Kulturführer „Eine Reise nach Neapel – e parlare italiano“ (zuerst 1957) wurde jüngst neu aufgelegt. Mit seinem Buch „Wohin steuert der Vatikan?“ (1973) sorgte er für eine Debatte, deren Positionen aktuell geblieben sind. Er begeisterte – ohne Übertreibung – Millionen Menschen mit seinen Büchern, Hörfunksendungen, Filmen – nördlich und südlich der Alpen. Dennoch ist Raffalt selbst Kulturinteressierten in Sachsen kaum bekannt. Das darf sich ändern – Julian Traut hat dazu seinen Beitrag geleistet, als er von der Isar, wo er lebt und arbeitet, mit uns auf eine multimediale Reise durch das Rom der 1950er- und 60er-Jahre aufgebrochen ist. Das Motto: „Ein Leben für die Kultur – Reinhard Raffalt zwischen Bayern, Deutschland und Italien“.

Nicht zu kurz kamen dabei Raffalts Bezüge zu Sachsen. Diese gibt es: Nach dem Abitur in Passau (1942) nahm er nach erfolgreichem Vorspiel bei Thomaskantor Günther Ramin, der ihn „für außerordentlich begabt“ hielt und ihm attestierte, „für den Beruf des Kirchenmusikers durchaus überdurchschnittliche Voraussetzungen“ mitzubringen, in Leipzig ein Orgelstudium auf. Bald jedoch musste er in den Krieg, der alle Pläne umwarf. Foto: Tommy Lösch

Sonntag, 5. September 2021, 17 Uhr: Der 1974 geborene, in Berlin lebende Romancier und Lyriker Marco Kunz hat aus seinem historischen Roman „Konstantin. Der Kaiser und sein Gott“ gelesen. Im Anschluss Gespräch bestand die Möglichkeit, Bücher signieren zu lassen, die vor Ort erworben werden konnten. Eintritt frei.

Veranstaltungsort: Antiquariat zum Dom, An den Fleischbänken 3, 02625 Bautzen.

Aus dem Inhalt: Die Schlacht an der Milvischen Brücke, das Konzil von Nicäa und die Gründung Konstantinopels – das sind nur einige der Stationen der Herrschaft Kaiser Konstantins des Großen (gest. 337), die die europäische Geschichte bis heute prägen. Der Roman erzählt dessen Weg zum Christentum und zur Macht, ausgehend von der Taufe kurz vor seinem Tod, in Rückblenden. Das Werk bietet das Psychogramm eines Herrschers, der sich von Gott auserwählt sah (dabei zwischen Gottsuche und Größenwahn schwankte), und zugleich eine authentische Darstellung der frühen Kirche und des späten Römischen Reiches.

Informationen zu Autor und Buch: https://marcokunz.wordpress.com/about sowie unter: https://www.bernardus-verlag.de/sortiment/konstantin/

Foto: Stephanie Wächter. Cover: Verlag.